
Illegale Müllkippen locken immer mehr Ratten an
An den Glas- und Papiercontainern bei uns in Wuppertal wird immer wieder Müll abgeladen, der dort nicht hingehört. Sperrmüll, Hausmüll - vor allem aber Essensreste sorgen dafür, dass sich Ratten wohlfühlen. Jetzt hat sich eine Wuppertalerin persönlich an die Oberbürgermeisterin gewandt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 15:32
"Man hat fast den Eindruck, sie zeigen uns den Stinkefinger"
Uli Melzer aus Oberbarmen spricht hier von den Ratten an den Glas- und Papiercontainern an der Breslauer Straße / Ecke Freiheitstraße. Von ihrer Wohnung aus kann sie genau beobachten, wie sich die Nager - mittlerweile auch am helllichten Tag - dort rumtreiben. Ständig laden Menschen illegal sämtlichen Müll an den Containern ab, erzählt sie uns. Seit 26 Jahren wohnt sie an der Freiheitstraße - das Problem würde von Jahr zu Jahr schlimmer.
Anwohnerin fordert Videoüberwachung
Der Bereich ist verwahrlost, vermüllt und stinkt. Essensreste, Verpackungen und illegal entsorgter Hausmüll liegen offen herum. Was folgt, ist offensichtlich: Die Ratten fühlen sich wohl – und werden immer dreister.
Uli Melzer fordert in ihrem Schreiben an die Stadt Maßnahmen. Sie will klare Kontrollen, spürbare Sanktionen und effektive Lösungen, schreibt sie. Es würden zwar Bußgelder verhängt werden, die Situation werde aber trotzdem immer schlimmer. Deshalb glaubt sie, dass eine Videoüberwachung an den Containern her muss. Das würde die Menschen abschrecken, sagt sie im Gespräch mit Radio Wuppertal-Reporterin Chantal Teubert. Kameras im öffentlichen Raum sind allerdings aus Datenschutzgründen nicht zulässig. "Ratten treten da auf, wo Müll ist", sagt uns eine Sprecherin der Stadt. Das Ordnungsamt selbst führe keine Bekämpfungsmaßnahmen durch.
AWG nimmt Standort besonders in den Fokus
Auf Nachfrage von Radio Wuppertal bei dem Entsorgungsunternehmen heißt es, die Container an der Breslauer Straße / Ecke Freiheitstraße würden stark genutzt und mehrmals wöchentlich gereinigt werden. Anfang des Jahres soll es schon einmal eine Beschwerde an die AWG und die Oberbürgermeisterin gegeben haben. Daraufhin hat es eine Sonderreinigung gegeben. Die AWG sagt uns außerdem, dass sie diesen Standort besonders unter die Lupe genommen hat. Zum Beispiel wurde geschaut, ob die Container oft genug geleert werden. Überfüllte Container sind laut der Abfallwirtschaftsgesellschaft aber nicht das Problem, sondern eben, dass Leute ihren Abfall einfach neben, bzw. hinter die Container werfen.
Maßnahmen gegen illegale Müllentsorgung in Wuppertal
Mehr als 440 Container-Standplätze betreibt die AWG im gesamten Stadtgebiet. Immer wieder laden Personen ihren Abfall unsachgemäß dort ab. Um das einzudämmen, sind unter anderem die „AWG-Mülldetektive“ im Einsatz. Sie dokumentieren diese Fälle, reinigen den Standplatz und sammeln nach Möglichkeit Hinweise, um den oder die Verursacher durch die Stadt Wuppertal bußgeldmäßig belangen zu können.
Außerdem haben AWG und ESW im vergangenen Jahr eine gemeinsame Bildungsinitiative gestartet. Unter dem Motto „Sauberes Wuppertal – kinderleicht“ sollen Kinder vor Ort in Kindergärten und Grundschulen für die Themen Abfallvermeidung, Abfalltrennung, Nachhaltigkeit und Stadtsauberkeit sensibiliert werden. Die Resonanz sei schon nach den ersten Monaten überaus positiv, heißt es.



