
Jahrhunderthochwasser in Wuppertal jährt sich
Heute ist es genau fünf Jahre her: Am 14.07.2021 überkam unsere Stadt das Hochwasser. Radio Wuppertal erinnert sich mit Betroffenen daran zurück.
Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2026 10:13
Radio Wuppertal legt Nachtschicht ein
Unsere Redaktion in Wuppertal war schon leergefegt, als uns am Abend des 14.07.21 die Nachricht erreicht: Die Talsperren sind vollgelaufen, die Wupper tritt über die Ufer. Also ging es für unser Team zurück ins Studio. Zu dem Zeitpunkt war das Ausmaß noch nicht klar. Später erklärt die Feuerwehr, dass wir es mit einem Hochwasser zutun haben, wie es das seit 500 Jahren nicht mehr gegeben hat. Drei Uhr nachts - der Strom fällt aus, ihr konntet uns nicht mehr über UKW empfangen. Hier war alles dunkel, wir mussten Strom sparen. Um fünf Uhr morgens war unser Notstromaggregat aufgebraucht und nichts ging mehr - bis 11.30 Uhr.
Fünf Jahre nach Hochwasser: Wie geht es Betroffenen heute?
Besonders hart getroffen hat es viele Wuppertalerinnen und Wuppertaler in der Kohlfurth und in Beyenburg.
Immer, wenn es irgendwie mehr regnet oder sowas, guckt man immer direkt auf die Wupper, was die macht.
Sagt Löre Linke, die es in Beyenburg schwer erwischt hatte. Bis heute ist noch nicht alles wieder so wie vor dem Hochwasser. Es seien immer noch Sachen zu machen, erzählt sie im Interview mit Radio Wuppertal. Den Wiederaufbauantrag musste sie jetzt endgültig abgeben - mehr kann sie erstmal nicht machen. Die Dorfgemeinde zieht aber auch Positives aus den Erinnerungen. Alle, die unsere Reporterin getroffen hat, erzählen von einem starken Zusammenhalt, der die Menschen in Beyenburg noch mehr zusammengeschweißt hat.
Wupperverband will Schutzmauer aufstellen
Eine Machbarkeitsstudie vom Wupperverband führt zu folgendem Ergebnis: Eine Hochwasserschutzmauer soll her - und zwar in verschiedenen Abschnitten mit unterschiedlichen Höhen, die bei einem Wupperabfluss von bis zu 130 Kubikmetern pro Sekunde schützt. Das sei deutlich mehr als ein hundertjährliches Hochwasser, das in Beyenburg bei einem Abfluss von 106 Kubikmetern pro Sekunde liegt, heißt es von der Stadt: "Die Höhe der Mauern liegt im Abschnitt Stauanlage bis Brücke Schemm bei bis zu 39 Zentimetern, an den Terrassen Beyenburger Furt bei bis zu 50 Zentimetern, im Bereich Schützenplatz bei bis zu 34 Zentimetern und im Bereich Bilstein bei bis zu 97 Zentimetern."
Die Hochwasservorsorge setzt sich aber aus vielen Bausteinen zusammen. Einige Maßnahmen hat die Stadt auch schon umgesetzt. dazu zählen zum Beispiel das Hochwasserportal des Wupperverbandes mit Stadtteilseite Beyenburg und die Anpassung der Talsperrensteuerung der Wupper-Talsperre.
Wie geht es weiter?
Die Stadt prüft jetzt, ob sie für ihre Planungen Fördermittel vom Land bekommt. Außerdem muss die Politik das Go geben. Planungs- und Genehmigungsverfahren in einem solchen Umfang dauern normalerweise mehrere Jahre. Stadt und Wupperverband erhoffen sich aber, dass es schneller geht.