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TV-Ausblick ARD - «Polizeiruf 110: Der Wanderer zieht von danne»
© Felix Abraham/MDR/HA Kommunikation/dpa
Jürgen von der Technik (Andreas Keller, m.) den Kommissaren einen wichtigen Hinweis.
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Letzter Fall für Koitzsch und Lehmann im «Polizeiruf 110»

Für drei Folgen kehrte der «Polizeiruf 110» im Jahr 2021 zurück an die Saale. Das Ende der Trilogie knüpft an den Anfang an. Die Schauspieler Kurth und Schneider treten als Ermittler-Duo ab.

Veröffentlicht: Sonntag, 15.02.2026 03:00

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Halle (dpa) - Eine Seniorin liegt tot in ihrer Badewanne. Die alte Dame hatte es sich mit Kaffee, Kuchen und Musik gemütlich gemacht. Die Leiche wird entdeckt, weil dem Hausmeister (Henning Peker) etwas an der Wohnungstür im vierten Stock eines Plattenbaus auffällt. «Da hat jemand am Schloss rummanipuliert», sagt er zu Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Kriminalkommissar Michael Lehmann (Peter Schneider).

Sie finden ein Radio im Wasser - und glauben dennoch nicht an den klassischen Badewannenunfall. Vielmehr scheint jemand die Rentnerin unter Wasser gedrückt zu haben. Als Koitzsch auf dem Fensterbrett im Schlafzimmer eine blaue Trockenblume findet, hat er einen Flashback. So eine hat er schon einmal in den Händen gehalten. Hinterlässt hier etwa ein Serienmörder ein Zeichen?

Das Erste zeigt die Folge «Der Wanderer zieht von dannen» der Reihe «Polizeiruf 110» aus Halle am Sonntag um 20.15 Uhr. Der Sonntagskrimi von der Saale war von Anfang an als Trilogie angelegt - mit der im Mai 2021 ausgestrahlten ersten Folge «An der Saale hellem Strande» wurde das 50-jährige Bestehen der «Polizeiruf 110»-Reihe gefeiert. Die zweite Folge «Der Dicke liebt» sahen Krimifans im April 2024. Für die drei Serienteile taten sich Clemens Meyer (Drehbuch) und Thomas Stuber (Drehbuch und Regie) zusammen. Clemens kam in Halle zur Welt, Stuber ist gebürtiger Leipziger. 

Die Jungfer im Grünen als Hinweisgeber 

«Was sollen wir hier ermitteln? Das sind doch alles nur Indizien», fragt Lehmann seinen Kollegen, dessen Gedanken um die geheimnisvolle Blume kreisen, die eine Jungfer im Grünen ist. Den Messer-Mörder eines knapp vierzigjährigen Mannes konnten sie vor Jahren nicht ermitteln, nun scheint er wieder aufgetaucht zu sein. Und er hat den Ermittlern ein Zeichen auf die Fensterbank gelegt. «Zwei Einsame, zwei Morde», fasst Koitzsch zusammen. 

Die Suche nach dem Täter ist zunächst eine verzweifelte Suche nach Verbindungen. Und die führt Koitzsch und Lehmann über den Hausmeister und ein besonderes Messer auf eine Spur, die in die ehemalige DDR und ihren Sicherheitsapparat zurückführt. In Zeiten von Menschen mit besonderen Talenten und angeeigneten Fähigkeiten. Bald darauf steht fest: Der mutmaßliche Doppelmörder hat damals wie heute beruflich Türen geöffnet. Ein Geist aus der Vergangenheit, der sich die Alten und Einsamen aussucht, sie beobachtet, unbemerkt in ihre Wohnungen gelangt und tötet.

Mit der feschen Katrin Sommer (Cordelia Wege) taucht eine weitere bekannte Figur auf. Die selbst ernannte Femme fatale ist die Ex-Partnerin des Toten aus der ersten Folge. In einer Therapiegruppe freundet sie sich mit der unscheinbaren Rita Schmidtke (Jule Böwe) an. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können und die doch eine Verbindung haben. 

Koitzsch im Visier des Täters

Die inzwischen gebildete Sonderkommission um Koitzsch und Lehmann wird mit weiteren ungelösten Fällen konfrontiert. Sie suchen nicht länger einen Wiederholungstäter - sie suchen einen Serienmörder. «Weißt du, wie viele der ...? Das geht immer so weiter», sagt ein um Fassung ringender Lehmann. Und dann gerät auch Koitzsch in tödliche Gefahr.

«Der Wanderer zieht von dannen» ist ein düsterer, tiefgründiger, letzter «Polizeiruf 110» aus Halle an der Saale. Gut gefilmt und mit einem Plot, der Zuschauerinnen und Zuschauer keine andere Wahl lässt, als um Ecken zu denken und Verbindungen zu suchen. So wie der feinsinnige, wortkarge Koitzsch und der rationale Lehmann es tun, die in der Welt der ARD-Sonntagskrimis schon jetzt schmerzlich vermisst werden dürfen. 

Cordelia Wege und Jule Böwe beim feinsinnigen Herausarbeiten ihrer Frauenfiguren zuzusehen, ist eine wahre Freude. Drehbuchautor und Regisseur hatten einen Plan, deren Umsetzung auf beeindruckende Weise gelungen ist.

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© dpa-infocom, dpa:260215-930-688535/1
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