
Obdachlose aus Wuppertal erzählt: So kommt sie mit dem Winter klar
In Wuppertal ist die Zahl der Obdachlosen rapide angestiegen. In den vergangenen Jahren hat sie sich mehr als verdreifacht. Wir haben mit einer Obdachlosen gesprochen und sie gefragt, wie sie mit der Kälte zurecht kommt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.01.2026 04:31
Wuppertal: An die 100 Menschen schlafen auf der Straße
Yvonne hat sich eingemummelt und lehnt an einer Säule unter einem überdachten Bereich. Eine Jacke auf ihren Beinen soll sie vor den Minusgraden schützen - zwei Jacken unter ihrem Hintern vor dem kalten Boden. Für sie - und viele andere Obdachlose in Wuppertal - ist es gerade nicht einfach. Über 100 Menschen schlafen bei uns in der Stadt gerade auf der Straße. Oder eher: Sie versuchen, den Winter zu überleben.
In Wuppertal sind die Zahlen zuletzt deutlich gestiegen: Vor ein paar Jahren gab es noch um die 20 bis 30 Obdachlose, die auf der Straße geschlafen haben, sagt die Stadt. Die Situation ist schlimm, aber es gibt auch Stellen, die helfen. Zum Beispiel gibt es in Wuppertal die Kälte-Hotline. Da kann jeder Obdachlose melden, die draußen frieren und Hilfe brauchen. Außerdem sind Sozialarbeiter der Stadt vermehrt unterwegs und auch Hilfsvereine wie "Unsichtbar" helfen den Menschen.
Obdachlose in Wuppertal frieren
Die Wuppertaler Obdachlose Yvonne ist seit einem Jahr ohne Wohnung. Vor ein paar Tagen wurde sie beklaut, hat sie gesagt. Nachts schläft sie in einem undichten Zelt, hat sie uns erzählt. Für sie ist es und wird es die nächsten Tage weiter hart sein. Auch deswegen appelliert zum Beispiel der Hilfsverein Unsichtbar, mehr hinzuschauen. Gründer Holger Brandenburg sagt: Man soll Obdachlose gerne ansprechen und auch wecken, um zu gucken, ob sie noch leben oder ob sie Hilfe brauchen.