Führerschein in der Pandemie?

Viele überlegen es sich momentan lieber zweimal, ob sie ihren Führerschein anfangen sollen oder nicht. Schließlich drohen wegen der Pandemie ständig Unterbrechungen und lange Wartezeiten. Auf der anderen Seite wollen viele aber auch nicht mehr länger warten. Im Moment sind die Fahrschulen geöffnet, Theorie- und Fahrstunden finden statt. Gerade herrscht aber großer Andrang, da viele ihre Stunden und Prüfungen vom Anfang des Jahres nachholen.

Zahlen

3.700 Prüfungen sind laut dem TÜV letztes Jahr ausgefallen. Diese werden jetzt nachgeholt und sorgen für Stau. Wer eine theoretische Prüfung ablegen möchte, muss mittlerweile mit Vorlaufszeiten von sechs bis acht Wochen rechnen. Auch muss seit Corona ein Termin dafür vereinbart werden - das war vorher hier in NRW nicht notwendig.


8.050 theoretische Prüfungen sind von Mai 2020 bis Mai 2021 durchgeführt worden. Das sind rund 1.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die praktischen Prüfungen sind zahlenmäßig im Durchschnitt geblieben. Es waren etwa 5.450.


Die Durchfallquote steigt seit längerer Zeit bereits an, sagt der TÜV. Im Jahr 2020 gab es im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 8,1 Prozent bei denjenigen, die die Prüfungen nicht geschafft haben. Damit liegt die insgesamte Durchfallquote bei der theoretischen Prüfungen mittlerweile bei fast 50 Prozent, teilt der TÜV mit.

Bei der praktischen Prüfung sind 2020 rund 4,4 Prozent mehr Menschen durchgefallen als noch 2019.




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Rückblick

Im März 2020 werden die Fahrschulen vorerst geschlossen. Keine Theoriestunden, keine Fahrstunden sind möglich. Das geht sieben Wochen lang so. Ab dem 04. Mai 2020 wird der Betrieb wieder aufgenommen. Mitte Dezember müssen viele Fahrschüler:innen erneut ihre Ausbildung abbrechen - dieses Mal für rund fünf Wochen bis Ende Januar.


Mittlerweile sind die Fahrschulen wieder geöffnet. Fahrstunden werden mit OP-Maske durchgeführt, Theoriestunden vor Ort ebenfalls. Prüfungen werden mit Abständen und weniger Leuten gleichzeitig durchgeführt.


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Online-Unterricht

Fahrschulen dürfen grundsätzlich per Gesetz keinen Online-Unterricht anbieten, sagt Ralf Birnbaum. Er ist Bezirksvertreter für das Bergische Land beim Fahrlehrerverband. In Pandemiezeiten wurde dafür eine Ausnahme gemacht. Dennoch waren nicht alle Fahrschulen mit dem geeigneten Equipment ausgestattet, um Online-Theoriestunden anbieten zu können.