Linnemann lehnt Ramelows Hymnen-Vorschlag ab
Veröffentlicht: Freitag, 29.08.2025 16:33

Debatte um Nationalhymne
Berlin (dpa) - CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat den Vorschlag von Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow, über die Nationalhymne abzustimmen, scharf kritisiert. «Unsere Flagge und unsere Hymne stehen für unsere Demokratie, unsere Grundrechte und unseren Rechtsstaat. Wer damit fremdelt, hat ein Problem mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes», sagte Linnemann der «Rheinischen Post» (Samstag).
Der Linken-Politiker Ramelow hatte sich zuvor in der «Rheinischen Post» erneut dafür ausgesprochen, über die deutsche Nationalhymne abzustimmen. Er würde «gerne die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur Abstimmung stellen». «Die Kinderhymne hat einen wunderbaren Text. Über die Passage, dass ein besseres Deutschland blühe, könnten wir Zugang zu einer gesamtdeutschen Hymne finden, die wir alle zusammen mit Freude singen könnten.»
Linnemann sagte mit Blick auf diesen Vorschlag: «Bodo Ramelow sucht den Kulturkampf und knüpft sich dafür ausgerechnet unser Grundgesetz vor.» Ramelow hatte zuvor jedoch betont: «Ich singe die dritte Strophe unserer aktuellen Hymne mit Begeisterung, weil ich sie einordnen kann.» Er kenne aber viele Ostdeutsche, die die Nationalhymne aus vielerlei Gründen nicht mitsängen.
Vorschlag aus der Wendezeit
Es ist nicht das erste Mal, dass Thüringens ehemaliger Ministerpräsident eine Debatte über die Nationalhymne anstößt. So hatte er unter anderem 2019 schon einmal diesen Vorschlag gemacht. Die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss sich der Forderung nicht an. «Die Bundeskanzlerin findet unsere Nationalhymne sehr schön, in Musik und Text», sagte der damalige Regierungssprecher Steffen Seibert.
Bei der Nationalhymne handelt es sich um die dritte Strophe des «Lieds der Deutschen» von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben («Einigkeit und Recht und Freiheit»). Zur Wendezeit gab es den Vorschlag, die «Kinderhymne» von Bertolt Brecht als Nationalhymne für das wiedervereinigte Deutschland zu wählen.
