Sexualisierte Gewalt in evangelischer Kirche

In der evangelischen Kirche in Wuppertal könnte es mehrere Fälle von sexualisierter Gewalt gegeben haben. Die Kirche hat in den vergangenen Monaten 7.500 Personalakten aus den letzten 80 Jahren überprüft. Externe Fachleute, darunter drei ehemalige Kripobeamte, haben nach Auffälligkeiten gesucht, wie beispielsweise plötzlichen Kündigungen, Beschwerdebriefe oder versteckten Formulierungen, die auf sexuell übergriffiges Verhalten hindeuteten. Und in sieben Akten gebe es klare Hinweise auf sexualisierte Gewalt, heißt es. Diese Akten werden jetzt von unabhängigen Staatsanwältinnen und -anwälten geprüft. Die schätzen die Relevanz nicht nur strafrechtlich, sondern auch im Hinblick auf das institutionelle Versagen der Kirche ein, heißt es in der vorläufigen Bilanz. Der Kirche gehe es um eine umfassende Aufklärung, sagt Superintendentin Ilka Federschmidt. Man müsse aus den Fehlern von damals lernen, Das Leid der Betroffenen könne man nicht ungeschehen machen, aber man könne dazu beitragen, dass sie sich gesehen und in ihrem Leid gewürdigt fühlen, sagt Federschmidt. Sie betont, dass sich unabhängig von den eigenen Untersuchungen auch jederzeit Betroffene, Angehörige und Zeitzeuginnen und -zeugen melden könnten.

Weitere Meldungen